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BMW i3 vor dem Aus

Der BMW i3 war lange Zeit das einzige E-Auto eines deutschen Herstellers. Auch im Modellprogramm der Münchner bleibt er wohl ein Einzelfall.

Ein Pionier der E-Mobilität tritt ab: BMW stellt im Sommer laut „Automobilwoche“ die Produktion des i3 ein. Der elektrische Kleinwagen muss im Werk Leipzig Platz machen für den konventionell angetriebenen 2er Active Tourer sowie das Mini-SUV Mini Countryman, von dem es auch eine E-Variante geben wird.

Ursprünglich war 2024 als Produktionsschluss für den i3 angekündigt gewesen. Im vergangenen Jahr hatte es allerdings bereits Berichte über ein Vorziehen gegeben. Zu den Gründen dürfte die wachsende Konkurrenz zählen. Nicht nur im elektrischen Kleinwagen-Segment, sondern vor allem in der Preisklasse um die 40.000 Euro, in der das Münchner Stadtauto positioniert ist und in der man mittlerweile deutlich mehr Auto für das Geld erhält.

Die hohen i3-Preise sind konzeptbedingt. So treibt vor allem die aufwändige Leichtbau-Karosserie aus Carbon die Produktions- und Anschaffungskosten in die Höhe. Auch die Entwicklung des zum Martkstart 2013 revolutionären Kleinwagens hat sich BMW viel Geld kosten lassen. Ob sich der Aufwand, wenn schon nicht finanziell so zumindest strategisch gelohnt hat, ist umstritten. Ihren Vorsprung auf die europäische Konkurrenz haben die Bayern bei der E-Mobilität nicht halten können – nach dem i3 kam lange Zeit kein weiterer reinen Stromer auf den Markt.

Auch in Sachen Technik scheint der i3 kein gelungenes Vorbild zu sein. Bei seinen neueren E-Mobilen zumindest verzichtet BMW auf das teure Carbon, wandert zudem in deutlich größere Fahrzeugklassen ab. Einen direkten Nachfolger für den i3 wird es zunächst nicht geben. Kleinster Elektro-BMW in Europa ist künftig das Mittelklassemodell i4 für knapp 60.000 Euro. Mit der E-Variante des Mini Cooper hat der Konzern aber zumindest ein Ausweichmodell für i3-Kunden zur Verfügung.

Holger Holzer/SP-X

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