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Renault startet Elektro-Offensive

Der französische Autohersteller Renault plant für nächstes Jahr eine Offensive mit Elektrofahrzeugen. 2011 sollen die drei E-Mobile Kangoo Express Z.E., Fluence Z.E. und Twizy Z.E. auf den deutschen Markt kommen, ein Jahr später wird ein Fahrzeug auf Basis der Studie Zoe Z.E. folgen. Damit planen die Franzosen ihren CO2-Flottenausstoß bis 2020 von derzeit 138,8 g/km auf unter 100 g/km zu senken. „Das Augenmerk bei Renault liegt zurzeit ganz klar auf den Elektrofahrzeugen. Das heißt aber nicht, dass wir die Hybridtechnik aus unserem Blickwinkel verloren haben“, sagt Klaus Steiner, Projektentwickler Elektroantrieb bei Renault. Um das ehrgeizige Ziel auch zu erreichen, investiert Renault im Verbund mit Nissan rund vier Milliarden Euro in den Stromantrieb.

Zuerst wird der Fluence ZE im ersten Halbjahr 2011 auf den deutschen Markt kommen. Angetrieben wird die viertürige Mittelklasse-Limousine von einem 70 kW/95 PS starken Elektromotor. Als Energiespeicher fungieren Lithium-Ionen-Akku-Blocks, die im Kofferraum verstaut sind. Die Reichweite mit einer Stromfüllung geben die Franzosen mit rund 160 Kilometern an. Das soll für die 87 Prozent der Europäer reichen, die täglich weniger als 60 Kilometer zurück legen. Neben dem Laden über die Steckdose kann der Akkublock auch durch den Unterboden gewechselt werden. In Israel gibt es schon einige dieser Wechselstationen, für Europa sind sie zwar geplant, aber bei Markteinführung sicherlich noch nicht installiert.

Dennoch geht Renault davon aus, dass der Fluence Z.E. kein Nischenprodukt wird, sondern die Massen unter Strom setzen und eine neue Welle auslösen wird  – in zehn Jahren sollen schon zehn Prozent aller verkauften Fahrzeuge emissionsfrei fahren. Ein guter Beitrag zur Verbesserung des Klimas – denn Autos sind weltweit für rund zwölf Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Verschiedene Prognosen gehen davon aus, dass der Automarkt von derzeit 64 Millionen gebauten (2009) Fahrzeugen pro Jahr bis 2020 auf 100 Millionen ansteigen wird. Als Kaufanreiz subventionieren schon 13 Ländern der europäischen Union Null-Emissions-Fahrzeuge – allerdings nicht in Deutschland. Streng genommen liegt der Schadstoffausstoß aber nicht bei Null. Bei der Stromerzeugung durch Kraftwerke wird auch ein E-Auto im Durchschnitt 62 g/km emittieren, wie Renault errechnet hat.

Um weiter ihren Flottenverbrauch zu senken, wollen die Franzosen bei allen neu entwickelten Motoren künftig ein Stopp-Start-System integrieren. Damit soll speziell in Städten mit langen Ampelstopps und vielen Staus bei Verbrennungsmotoren bis zu drei Prozent Kraftstoff eingespart werden. Den Anfang macht der neue 1,6-Liter-Diesel mit 95 kW/130 PS, der ebenfalls im nächsten Jahr auf den Markt kommt. Er ersetzt den 1.9 dCi und soll unter anderem durch verbesserte Reibungswerte, effizientere Kühlung, stärkeren Turbolader und Vierventiltechnik den CO2-Ausstoß um 30 g/km senken, was einem Rückgang von 20 Prozent zum Vorgängermotor entspricht. Daneben soll durch Gewichtsreduzierung, Aerodynamikoptimierung und effizientere Verbrennungsmotoren der Spritkonsum weiter gesenkt werden. Hybridfahrzeuge werden in der Renault-Zentrale dagegen wenige Chancen eingeräumt. „Der Hybrid kann nur eine Zwischenlösung zum reinen E-Antrieb sein“, sagt Klaus Steiner. Der Antrieb sei für die Kunden zu teuer und im Vergleich zu einem modernen und sparsamen Diesel weniger effizient. Fabian Hoberg/SP-X

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